FCI - Standard Nr. 15 / 05.06.2002 / D
BELGISCHER SCHÄFERHUND
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD:
Harmonisch gebauter Hund von mittleren Proportionen, der Eleganz und Kraft in
sich vereinigt. Er hat ein quadratisches Gebäude und ist mittelgroß; seine
Muskulatur ist kräftig und trocken.
Der Belgische Schäferhund soll im Stand in natürlicher Stellung, ohne körperlichen
Kontakt mit dem Vorführer gerichtet werden.
WICHTIGE MASSVERHÄLTNISSE:
Der Belgische Schäferhund hat ein quadratisches Gebäude. Die Brust reicht bis
auf Höhe der Ellenbogen. Die Länge des Fangs entspricht oder übertrifft
leicht die halbe Kopflänge.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN):
Der Belgische Schäferhund ist wachsam und rege, von übersprudelnder
Lebhaftigkeit und stets aktionsbereit. Neben seinen angeborenen Fähigkeiten als
Hüter der Herden besitzt es die wertvollen Eigenschaften eines sehr guten Wächters
für Haus und Hof.
KOPF:
Hoch getragen; nicht übertrieben lang, gerade in seinen Begrenzungslinien, gut
gemeißelt und trocken. Schädel und Fang sind ungefähr gleich lang; der Fang
darf höchstens um ein Weniges länger sein. Was dem Gesamtbild den letzten
Schliff verleiht.
Ohren:
Eher klein, hoch angesetzt, in ihrem Aussehen klar dreieckig.
HALS: Gut abgesetzt, etwas länglich, ziemlich aufgerichtet, gut bemuskelt, zu
den Schultern hin allmählich breiter werdend. Ohne Wamme. Der Nacken ist leicht
gewölbt.
KÖRPER:
Kraftvoll ohne Schwere. Die vom Buggelenk zum Sitzbeinhöcker gemessene Körperlänge
entspricht ungefähr der Widerristhöhe.
Oberlinie:
Die obere Linie von Rücken und Lenden ist gerade.
RUTE:
Gut angesetzt, an der Basis kräftig, von mittlerer Länge, mindestens bis zum
Sprunggelenk, aber vorzugsweise weiter nach unten reichend; in der Ruhe wird die
hängend getragen.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND: Kräftiger Knochenbau, aber ohne Schwere;
HINTERHAND:
Kraftvoll, aber ohne Schwere.
GANGWERK:
Der Bewegungsablauf ist in allen Gangarten lebhaft und frei. Der Belgische Schäferhund
zeigt einen guten Galopp. Aber die gebräuchlichen Gangarten sind der Schritt
und vor allem der Trab. Die Gliedmassen bewegen sich in einer zur Körperachse
parallelen Ebene. Bei großer Geschwindigkeit nähern sich die Pfoten der
Mittellinie. Der Trab ist mittelmäßig raumgreifend; die Bewegung ist gleichmäßig
und leichtfüßig, mit gutem Schub aus der Hinterhand, wobei die Oberlinie fest
bleibt und die Vorderläufe nicht zu hoch angehoben werden. Ständig in
Bewegung, scheint der Belgische Schäferhund unermüdlich zu sein. Sein Gangwerk
ist schnell, elastisch und lebhaft. Er ist im Stand. Bei voller Geschwindigkeit
einen plötzlichen Richtungswechsel vorzunehmen. Infolge seines überschäumenden
Temperaments und auf Grund seines Wach- und Schutztriebes neigt er deutlich
dazu, sich im Kreis zu bewegen.
HAARKELID UND VARIETÄTEN: Groenendael, Tervueren, Malinois und
Laekenois. Die vier Varietäten werden gesondert gerichtet.
HAARBESCHAFFENHEIT: In allen Varietäten muss das Haar immer dicht.
Anliegend und von guter Textur sein; es soll zusammen mit der Unterwolle einen
ausgezeichneten Schutzmantel bilden.
A. LANGHAAR: Das Haar ist kurz auf dem Kopf, auf den Außenflächen der Ohren
und in unteren Bereich der Gliedmaßen außer an der Rückseite des Unterarms,
die Ellenbogen bis zum Fußwurzelgelenk mit langen Haaren, sogenannten Fransen,
versehen ist. Am übrigen Körper ist das Haar lang und glatt, länger und
reichlicher um den Hals herum und an de Vorbrust, wo es eine Mähne und eine Schürze
bildet. Die Öffnung der Gehörgangs ist durch dichte Haarbüschel geschützt.
Von der Basis des Ohres an stehen die Haare ab und umrahmen den Kopf. Die
Hinterseite der Schenkel ist von sehr langem und überaus reichlichem Haar
bewachsen, welches sogenannte „Hosen“ bildet. An der Rute ist das reichlich
entwickelte Haar lang und bildet eine Fahne.
Der Groenendael und der Tervueren sind langhaarig.
B. KURZHAAR: Auf dem Kopf, auf den Außenflächen der Ohren und in unteren
Bereich der Gliedmassen ist das Haar sehr kurz. Am übrigen Körper ist es kurz,
reichlicher an der Rute und um den Hals herum, wo es eine Halskrause bildet, die
am Ohrenansatz beginnt und sich bis zur Kehle ausdehnt. Zudem ist die
Hinterseite der Schenkel durch längeres Haar befedert. Die Rute ist ährenförmig
mit zum Ende hin längeren, abstehenden Haaren, bildet aber keine Fahne.
Der Malinois ist kurzhaarig.
C. RAUHHAAR: Kennzeichnend für die rauhaarige Varietät ist vor allem die harte
und trockene Beschaffen des Haares, das zerzaust ist und bei Berührung
gleichsam „knistert“. Die Länge beträgt überall am Körper etwa 6 cm,
aber es ist kürzer auf dem Nasenrücken, an der Stirn und da den Gliedmassen.
Werder in der Umgebung der Augen noch am Fang soll das Haar so reich entwickelt
sein, dass es die Form des Kopfes verbergen würde. Dennoch muss ein guter
Haarbewuchs am Fang unbedingt vorhanden sein. Die Rute darf keine Fahne bilden.
Der Laekenois ist rauhaarig
FARBE:
Maske: Bei den Tervueren und den Malinois muss die Maske sehr ausgeprägt sein
und möglichst Ober- und Unterlippe, den Lippenwinkel und die Augenlider als
einer einheitliche schwarze Fläche umschließen. Als absolutes Minimum muss die
Haut an 6 Stellen schwarz pigmentiert sein; an beiden Ohren, beiden oberen
Augenlidern und Ober- und Unterlippe.
Schwarze Wolkung (Charbonné): Bei den Tervueren und den Malinois verursachen
schwarz gefärbte Haarspitzen eine schwarze Wolkung, die die Grundfarbe dunkler
schattiert. Die schwarze Abtönung wirkt stets wie „angehaucht“ und darf nie
in Form von großen Platten oder von echten Streifen (Stromung) auftreten. Bei
Laekenois ist die schwarze Wolkung weniger deutlich ausgeprägt.
Groenendeal: Nur einfarbig schwarz.
Tervueren: Nur falbfarben-schwarzgewolkt oder grau-schwarz-gewolkt
mitschwacher Maske, vorzugsweise jedoch falbfarben-schwarzgewolkt. Die Falbfarbe
soll warm sein, weder hell noch ausgewaschen. Alle Hunde, die anders als
falbfarben-schwarzgewolkt sind oder deren Farbnuancen der gewünschten Intensität
nicht entspricht, können nicht als vorzügliche Exemplare angesehen werden.
Malinois: Nur falbfarben-schwarzgewolkt mit schwarzer Maske.
Laekenois: Nur falbfarben, mit Spuren von schwarzer Wolkung, hauptsächlich
am Fang und an der Rute.
Bei allen Varietäten ist etwas Weiß an der Vorbrust und an den Zehen zulässig.
GRÖSSE, GEWICHT UND MASSE:
Widerristhöhe: 62 cm für Rüden und 58 cm für Hündinnen.
Toleranz: Abweichungen von 2 cm nach unten und von 4 cm nach oben.
Gewicht: Ungefähr 25 - 30 kg für Rüden und
Ungefähr 20 - 25 kg für Hündinnen.
Masse: Mittlere Normalmasse für einen Belgischen Schäferhundrüden von 62 cm
Widerristhöhe:
· Länge des Körpers (vom Buggelenk zum Sitzbeinhöcker gemessen): 62 cm.
· Kopflänge: 25 cm.
· Länge des Fangs: 12,5 bis 13 cm.
N.B.: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden
aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.